Montag, 20. Oktober 2014

Eine kleines technisches Problem, Dünen und Köcherbäume

In Swakopmund schlugen wir bei der "Alten Brücke" unser Lager auf. Ein eigenes, gemauertes Häuschen mit Dusche, Waschtisch, eingebautem Tresor, gemauertem Grill und eigenem Abwaschbecken, einfach Luxus pur und das um ca. 21 €.



Unser vis a vis hatte sich in seinem Campinganhänger ein Büro eingebaut.


Wir hatten bei unserem Auto ein kleines Problem; die Hecktüre ließ sich nicht mehr verschließen. So kontaktierten wir unseren Vermieter und dieser veranlasste eine ortsansässige Firma, sich unseres Problemes anzunehmen. Sie kam zu uns auf den Platz, konnte den Schaden jedoch nicht beheben und eskortierte uns zur örtlichen Suzuki Niederlassung. 


Auf dem Weg dorthin, fiel uns auf, dass bei vielen Kreuzungen auf allen vier einmündenden Straßen Stopptafeln angebracht waren. Wie soll man sich da richtig verhalten? Wer fährt zuerst?  —  Der „Zuerstfahrende“ wird von den anderen respektiert; bekommt Vorfahrt. Oder eleganter: man winkt einem anderen zu, zu fahren und deutet damit seinen eigenen Verzicht an. Eigentlich ein Zwang, dass sich die an der Kreuzung Stehenden untereinander verständigen  —  ähnlich unserer alten Kavaliersregelung bei Kreuzungen mit gleichrangigen Straßen. 

Am nächsten Tag baute ein Mitarbeiter von Suzuki das Schloss aus, reinigte es und baute es wieder ein. Es funktioniert wieder. Preis: 530 Nad, das sind ca 40 €


Swakopmund wird als die noch deutscheste Stadt Namibias bezeichnet. 


Diese Schild stand an der Eingangstüre zu dem Haus mit den schönen Blumen


In den supersauberen, bestens sortierten Supermärkten, hatten wir beobachtet, dass jeder Artikel bevor er ins Regal kam, abgewischt wurde … Das Fleisch ist hygienisch verpackt, Rindersteak und Roastbeef von bester Qualität und sehr günstig. Auch Gustostückerln vom Wild haben wir gekauft, es ist zart und schmeckt herrlich. Oryx, Springbock und Kudu auf dem Grill oder in der Pfanne zubereitet ist zart und hat keinen aufdringlichenWildgeschmack.


Himbas beim Shoppen

In Windhock hatte ich in einem Lokal  „Stroganoff“ vom Zebra bestellt, das hatte mir nicht besonders geschmeckt —  es war wohl die Einbildung bei dem pferdeähnlichen Tier? 

Um uns zu bedienen, nahm der Verkäufer einen frischen Nylonsack von der Rolle und stülpte ihn über seine Hand. Wir haben beobachtet, wie die Griffe der Einkaufswagerln vom Personal gereinigt wurden. Beim Ausgang des Geschäftes war ein Behälter mit Desinfektiontüchern montiert, der den Kunden zur Verfügung stand.


Von Swakopmund fährt man direkt in die Wüste, es war ein herrlicher Anblick. Auf dem Weg Richtung Walvisbay hatte man am Strassenrand teilweise sogar Palmen gepflanzt.



Bald verliessen wir die Küstenstrasse und wir "erklimmen" vorbei am Vogelberg den Kuiseb Pass; werfen einen Blick in den beeindruckenden gleichnamigen Canon.








In  Solitaire machten wir einen Tank und Fotostop.  Die ganze Zufahrt war mit Wracks von Oldtimern „dekoriert“.




Obwohl es in Namibia keine Uhu’s gibt, wir haben doch einen gesehen! Bei einer „gattergesicherten“ Hofzufahrtsstraße saß er auf einem abgestorbenen Baum. Scherz eines deutschstämmigen Besitzers oder wurde damit eine Videoüberwachung getarnt montiert?


Die Erdhörnchen sind auch unterwegs
einmal von vorne
einmal von hinten

                                      

Der Sesriem Campingplatz hat den Vorteil, dass er direkt hinter dem großen Parkeingang des Nationalparks Sesriem und Sossusvlei liegt und deshalb darf man von hier am Morgen eine Stunde früher ( 5:30 ) starten und abends eine Stunde später (19:45 ) zurückkommen.


Campingplatz Sesriem, ohne Zaun, so wie die meisten CP's.

Wir fuhren noch am späten Nachmittag bis zur Düne 45, hier war ein Parkplatz



Der Weg zum schönsten Dünengebiet Sossuvlei führt über 60 km Asphalt zu einem Parkplatz und mittels Shuttle weitere 5 km durch teils tiefen Sand. Wir hätten auch selbst fahren dürfen, denn mit 4x4 ist es erlaubt. Doch wir hätten Luft ablassen müssen und die Erfahrung mit Sand fehlte uns auch. Dort hatten wir einige „kämpfende“ und auch heillos festgefahrene Allrad Selbstfahrer gesehen.  



Am schönsten sind diese roten Stern- oder Halbmonddünen natürlich bei Sonnenunter- und Sonnenaufgang. 





Ausgetrockneter Boden
Insgesamt machten unsere Abend- und Morgenbesuche 240 km aus. 

Nach dem Frühstück zogen wir weiter Richtung Mariental. Im kleinen Ort Maltahöhe (sein Name stammt von dem Bezirkshauptmann Henning von Burgsdorff, der hier 1895 eine Polizeistation der deutschen Kolonialverwaltung leitete und den Ort nach seiner Frau Malta benannte) fanden wir in unseren Unterlagen eine Farm zum Übernachten ausserhalb des Ortes. Unser Navi führte uns gezielt dorthin und wurden sehr freundlich aufgenommen. Wieder einmal waren wir die einzigen Gäste. Die Farmerin, es war eine Weiße, brachte uns 2 Kübel voll Brennholz für ein Lagerfeuer und hausgemachten Rohnensalat am Abend. Auch hier stand uns ein eigenes Badezimmerhäuschen zur Verfügung. Wie schon oft, liebevoll mit Tierbildern und einem Zierdeckerl auf dem Spülkasten; Insektenspray, Seife und Shampoo bereit gestellt. Alles picosauber.





Es waren zwei glückliche Hunde auf dem Hof, ohne Halsband und ohne Leine und  der schwarze hatte noch vier seiner acht Jungen.


Der Platz war kostenlos und zur Weiterfahrt gab uns die Bäurin noch, in feuchtes Papier eingeschlagenen Häuptelsalat aus ihrem eigenen Garten, mit. Wir wussten das zu schätzen, denn fast alles Obst und Gemüse muss aus Südafrika importiert werden. Es wird wohl hier am Klima liegen, dass viele Sträucher blühten und Kakteen bereits Früchte trugen; es war ja erst Frühjahr.






Die Blüten dieses Baumes haben früher die Kinder einfach abgeschleckt, weil diese ganz süß sind.

Im Oahera Art Center wurden sehr schöne Handwerksarbeiten verkauft. " No China " versicherte der Verkäufer






Um in Keetmanshoop Köcherbäume sehen zu können, ist normalerweise wieder Extraeintritt fällig. Aber wir fanden in unseren Unterlagen einen Campground mit einem solchen „Wäldchen“ auf dem Gelände. Und was für einen!  —  Er war sehr fantasievoll und originell gestaltet, aber völlig frei zugänglich; in der Nacht glaubten wir uns mit dem schwarzen Platzwart ganz allein.
Vielleicht hatte unser „leichter“ Schlaf aber auch mit dem starken Verkehr auf der ca. 600 Meter entfernten B1 zu tun. Viele 7- achsige LKW’s transportieren Obst und Gemüse in dieses fast ausschließlich Fleisch produzierende Land.




Wir tranken immer das Wasser aus der Leitung







Mariental liegt am Fischfluss und das Gebiet bis zum 20 km nördlich gelegenen Stausee ist total grün und fruchtbar. Der Hardap Dam, wie er genannt wird, liegt wieder in einem NP und es wurde Eintritt für dieses Erholungsgebiet verlangt. Der schön darüber angelegte CP mit Gastbetrieb war  leider  wegen Umbaus geschlossen.







Ein B&B in Mariental bot auch Camping auf seinem Privatareal an, natürlich mit einem eigenen Häuschen mit Dusche, Wc, Strom und Abwaschbecken für das Geschirr. Bei unserer Ankunft putzte eine Bedienstete alles sofort noch einmal gründlich durch.

Noch gestern hatten wir von unserer idealen Reisezeit geredet. Durch die Trockenheit gab es keine Mücken. Doch heute waren wir uns nicht ganz sicher, denn immer wieder summte es verdächtig um unsere Ohren. Gleich holten wir das Mückenschutzmittel hervor und sprühten uns damit von Kopf bis Fuß ein. 
 Wir verbrachten einen herrlich lauen Abend mit einer Kerze am Tisch und einem Glasl Wein unter dem Kreuz des Südens; der Hund des Hauses wich nicht von unserer Seite und die Frösche gaben ein langes Konzert.

  Wer sich einen Marienkäfer in verkehrten Farben, also nicht rot mit weißen Pünktchen, sondern weiß mit roten Pünktchen überdimensional groß vorstellen kann, hat eine ungefähre Ahnung vom Aussehen unserer „Hintern“. Die „Viecher“ haben uns, bei den nach hinten offenen Campingstühlen ganz ordentlich erwischt. 
Noch eine kleine Begebenheit: beim Benützen des Waschraumes, sah ich so nebenbei auf das geschlossene Fenster. Nett, denke ich mir, hier hat man die Scheiben mit Abziehbildchen geschmückt, die schauen aus wie Geckos ... doch plötzlich begannen sich die " Abziehbildchen" zu bewegen.


Ein letzter Abstecher brachte uns nochmals „auf Schotter“, in die Kalahari.  Diese Quer oder Längsdünen sind wunderschön rot gefärbt und hier teilweise bewachsen. Deshalb wird dieses weltgrößte, zusammenhängende Sandgebiet in Namibia als Halbwüste eingestuft. Sie erstreckt sich insgesamt über 9 Staaten und unser Ziel ist die: 


Die Zufahrt vom bewachten Eingangstor bis zur Rezeption beträgt drei Kilometer und mit einem "Autoreifenpflug" wird der tiefe Sand geebnet.



Wir bekamen einen Platz auf dem Campsite, denn es sind in dieser Weite nur fünf Plätze vorhanden, natürlich in gewohnter Ausstattung.

Holz für den Grill lag auch bereit

eine Flasche voll Kalahari - Wüstensand 


Unmengen von diesen schönen Exemplaren tummelten sich auf dem Boden, Springmäuse schauten frech unter dem Dornbusch hervor, unzählige Arten von Vögeln zwitscherten um die Wette und 
das war unser Haustier.

Wie auf auf fast jedem Campingplatz gab es auch hier ein Swimmingpool.


Am nächsten Tag verließen wir diesen herrlichen Platz, denn der Tag unserer Heimreise kam immer näher.


In der Hauptstadt blühte es




Wir sind in Namibia 3754 km gefahren, hatten nach der Etoscha nichts vorgebucht, genossen dieses unbeschwerte Reisen und das ständige Leben mit der Natur, ohne Komfort, den wir sonst gewohnt sind. 
Es war eine Herausforderung in unserem Alter, alles ohne Reisebüro, selbst zu managen. Schlussendlich sind wir ein bissl stolz darauf, dass  es uns nicht nur gelungen ist, sondern dass wir trotz der beschränkteren Möglichkeiten aus unserer zweiten Hochzeitsreise ein unvergessliches Erlebnis machen konnten.



Wir freuen uns darüber, dass so viele unseren Blog besucht haben und wir bedanken uns für euer reges Interesse !