Es ging also doch ... ohne Vorbuchung einen Platz auf dem CP zu bekommen. Da wir Vorbuchungen und Planungen beim Campen grundsätzlich mühselig finden, fuhren wir ab heute so wie sonst auch, frei und ungebunden.
Wir machten wir uns also auf den Weg in den westlichen Teil der Etoscha; dieser war früher nicht öffentlich zugänglich. Die Schotterpisten waren hier auch nicht besser; die Wellblechabschnitte erlaubten oft nur Schritttempo.
Die ersten, auf der Karte eingezeichneten Wasserlöcher waren nicht aufregend. Bei einigen waren wir wohl zur falschen Zeit und andere waren ausgetrocknet.
Eine weitere Möglichkeit liegt etwas nördlich und auch die wollten wir nicht auslassen. — Schon aus relativ großer Entfernung sahen wir "Strommasten", doch beim genaueren Hinsehen entwickelten sich diese als Giraffen.
Beim Näherkommen war uns sofort klar, dass es sich hier um wesentlich mehr handelte. Große Gruppen von verschiedenen Tieren überall und einzeln aufgefädelte Tiere zogen im Gänsemarsch zur Wasserstelle oder zurück in die endlosen Weiten des Landes. Anderen wieder sah man die Vorfreude auf das Nass förmlich an. Sie sprangen übermütig oder galoppierten ausgelassen. So viele verschiedene Tiere und alle Arten in Herden — die reinste Universumsendung „Namibia live“.
Leider funftioniert das Hochladen von einem Lifevideo nicht .... wird nachgereicht.
Beim Näherkommen stand ein Auto ein Stück vor dem Trubel, die Insassen schauten ganz offensichtlich in die entgegengesetzte Richtung. Beim Passieren hatten wir den Eindruck, dass der Fahrer uns etwas mitteilen wollte. Wir setzten zurück. Er deutete auf den Hang hinauf und sagte etwas von „two or tree lions“. Dem Getummel am Wasserloch schenkten wir nicht mehr allzuviel Aufmerksamkeit; der König der Tiere war von jetzt ab unser Favorit. Wir verharrten ca zwei Stunden und immer wieder schauten wir durch den Feldstecher und stellten den Fotoapparat auf "Abdrücken" ein.
Einmal war nur ein schlagender Schwanz zu sehen, dann hat sich einer halb aufgestützt, einmal auf die andere Seite gelegt. Sie hatten kein Interesse an den vielen anderen Tieren die in gar nicht so großem Abstand vom Lager der Löwen grasten. Sie waren einfach nur faul ... viel zu faul für uns, denn wir wollten ja Fotos "schiessen".
Unsere Geduld wurde belohnt und just in dem Augenblick, als er den Kopf hob, hatte ich abgedrückt.
Plötzlich sahen wir zwei Löwenköpfe, wir waren ganz happy, die Spannung fiel von uns ab ... jetzt konnten wir den Nationalpark verlassen. Wir fuhren Richtung Anderson Gate, doch da haben wir es uns noch einmal überlegt. Eigentlich könnten wir doch noch zum Elephantbad fahren, wir haben ja noch Zeit. Wir verliessen die Asfaltstrasse und "freuten" uns, dass wir wieder auf der Rumpelpiste sein konnten. Wir sahen Antilopen, die unter den Sträuchern Schatten suchten und Giraffen; zum Schluss noch ein Kampfadlerpaar, das sich friedlich auf einem Ast zusammenkuschelte.
Spuren, die die Elefanten hinterlassen, waren überall
Wir erreichten die Asphaltstraße wieder an der gleichen Stelle, wo wir sie zuvor verlassen hatten. Diesmal sahen wir vis a vis eine Abzweigung , wo bereits mehrere Autos und Busse standen. Natürlich kamen wir da nicht vorbei, ohne Stehen zu bleiben.
Und siehe da ... eine Elefantenfamilie mit einem Jungen — einfach toll, wie uns die Etoscha Pfanne verabschiedet hat!