Der Wecker klingelt — es ist 3/4 6 Uhr. Herunter vom Dachzelt und hinein in mehrere Schichten warme Kleidung und auf, denn es war uns immer noch zu kühl. Morgentoilette war eine Katzenwäsche und auf „make up“ verzichteten wir ganz. Zum Frühstück gab es ein Stück Brot mit Wasser, denn es konnte nicht mehr lange dauern, bis wir zur „Pirsch“ abgeholt werden. — Es wurde heller und heller, die Vögel zwitscherten immer lauter und erst gegen 6:45 hörten wir ein Motorengeräusch … juhu, sie kommen. Fünf Damen, ein schwarzer Fahrer und sein Beifahrer. Wir wurden gleich mit einem „Schmäh“ begrüßt, … die Verspätung war kein Thema mehr. In Decken eingehüllt, mit Kopfbedeckung und Windjacken ging es los.
Durch ein abgesperrtes Tor verließen wir den allgemein zugänglichen Teil.
Unser Guide brach Triebe von einem Strauch, ließ sie uns zerreiben und riechen. Für mich war der Geruch etwa wie Salbei; die Einheimischen reiben sich damit ein um gegen Insekten gefeit zu sein.
Alle möglichen Tiere, auch Vögel, sind uns begegnet und zu allem wusste unser Fahrer etwas zu sagen. Allein, der gesuchte Cheetah ließ sich nicht blicken; und nur um ihn zu sehen, haben wir diese Fahrt gebucht.
Endlich schienen wir dem Ziel näher zu kommen. Der geländegängige Mannschaftstransporter wurde abgestellt und es ging zu Fuß weiter.
Ein dorniger Zweig, knapp über dem Boden, bescherte uns ein „gefallenes Mädchen“. Ich hatte mich nicht verletzt, doch bin ich genau auf die schussbereit umgehängte, neue Kamera gefallen. Immer wenn das Objektiv ausfuhr, war ein Knirschen zu hören.
Während wir im Gänsemarsch, so leise wie möglich, weiter durch das dornige Gestrüpp pirschten, erklärte uns der Ranger, dass hier ein 2jähriges Gepard Weibchen sein Revier habe und er seine Rast- und Fressplätze kenne. Er informierte uns, dass diese Katze, sollten wir sie beim Fressen antreffen, fauchend auf uns zuspringen würde. Dies sei eine Warnung. Angreifen würde sie nur, wenn einer von uns davon rennt. Das weckt ihren Jagdtrieb und bewegte Körper könne sie besser sehen.
Noch leiser und langsamer gehen wir, als unser Führer ins Halbdunkel vor uns zeigt. Anfangs wissen wir nicht warum; wir können nichts Außergewöhnliches sehen; als sich plötzlich etwas bewegt. Wir konzentrieren uns, stellen die Augen auf scharf und schauen in das gefleckte Gesicht dieses Hochgeschwindigkeits-Jägers. Fasziniert beobachten wir, wie sie ihre Beute frisst. Ganz unerwartet springt sie auf uns zu - wir blieben alle tapfer ganz ruhig stehen - nach mehrfachem Fauchen kehrte sie wieder zu ihrer Beute zurück. Ein faszinierender Augenblick für uns ..... einem Gepard in ca vier Metern Abstand gegenüber zu stehen.
Die Gepardin warnt uns
Auf Rückfahrt sahen wir noch frische Leopardspuren und den Rest von einem Gnu.
Nach unserer Rückkehr hieß es zügig Fertigmachen, denn bis 10 Uhr muss der Platz verlassen werden. Zeitgerecht erschien ein Negerlein auf Quad um dies zu kontrollieren. Dabei fragte er uns auch nach dem Exitschein. Diesen hatten wir nicht, also sollten wir nochmals die 5 Kilometer hinauf zur Lodge fahren. Das taten wir nicht, er soll diese Schlampigkeit der Rezeption telefonisch lösen und dem Torposten in 25 km Bescheid geben. Er telefonierte , schaute etwas betreten drein und ich fragte ihn, ob alles ok sei. Schlussendlich war es auch ok.