Mittwoch, 8. Oktober 2014

Im Etoscha Nationalpark, Universum life

Zurück auf der Asphaltstraße nahmen wir die restlichen 3oo km zum Etoscha Nationalpark unter die Räder; unterbrochen nur durch einen Tank- und Einkaufsstop. 

In den Nationalpark muss man Eintritt oder besser gesagt „tägliche Eintrittsgebühren“ bezahlen. Pro Person 80 NAD und 10NAD für das Auto. 

An der Rezeption des Namutoni Campsite ging alles glatt - unsere Buchung lag vor und die Nationalparkgebühr  bezahlten wir hier für alle 3 Tage  —  Während dieser Zeit tauchte ein Rudel Mungos spielend auf dem Platz vor der Rezeption auf; sie besuchten uns auch später noch einmal am Zeltplatz.

Das Fort Namutoni wurde 1950 zum Nationaldenkmal erklärt und seit 1957 wird das Rastlager von Touristen besucht.




 Am Abend humpelte ein Schakal zwischen den Autos herum. In  freier Wildbahn hätte er wohl keine Überlebenschance.
Namutoni war für uns der erste  Campingsplatz in Namibia, wo sich Campingleben abspielte. An den Autokennzeichen sieht man nicht, wer aus welcher Nation  kommt. Man muss die Nachbarn regelrecht „abhören“. 
Ein britisches Ehepaar, mit Kind hatte einen schwarzen Butler mit, der für sie kochte, Geschirr wusch und Zelt auf und abbaute. Für eine Schafsreise (organisierte Reise, wo sich niemand über nur irgendetwas Gedanken machen muss) kochte auch ein Schwarzer, während die Gruppe auf Tour war
Eine  große Überraschung erlebten wir beim Wasserloch in der Dämmerung. In der Grauzone des Lichtes, in etwa 500 m Entfernung, bewegte sich langsam ein Nashorn! Mit schwindendem Licht kam es sehr nahe; zu spät um bessere Fotos  zu machen; wegen seiner  Anwesenheit zeigten sich keine anderen Tiere. 


Der frühe Aufbruch unserer Nachbarn, teilweise haben sie Fühpirsch gebucht, animierte auch uns zur Weiterreise.

Unser heutiges Tagesziel war das Camp „Halali“. Dieses aus der frühen, auch deutschenVergangenheit Namibias stammende Wort, bedeutet Ende der Jagd, Ende des Tierleids. Und das war umgesetzt auf den Sinn des Nationalparks Etoscha gedacht. Die 70 km lange „gravel road“ verlangte uns schon einiges ab. 




Jedoch Giraffen, Elefanten u.v.a.m entschädigte uns für die Strapazen. Ein Straußenpaar mit vielen Jungen, die von ihren Eltern sorgsam behütet wurden, erfreute uns ganz besonders. Diese Jahreszeit ist für  Wildbeobachtung besonders geeignet, weil die Bäume erst spärlich das erste Grün des Frühlings zeigen. Auch ist es die Zeit, in der viele Arten Jungtiere mitführen. 














 Am „waterhoole“ beim Halali konnte man von einer  geringer Erhöhung und einer  überdachter “Tribüne“ das Kommen und Gehen beobachten. Wie überall an den Wasserlöchern stand auf Schildern „silence please“. Für längeres Verweilen brachten sich die Beobachter Getränke mit und unterhielten sich flüsternd. Eine Ausnahme bildete eine organisierte Gruppe - es waren Österreicher 
( es wird wohl an den Sprachkenntnissen gelegen sein )





Ein junges Paar aus Graz waren unsere Stellplatznachbarn, von ihnen bekamen wir  gute Tips, wo bei natürlichen Wasserlöchern der Umgebung welche Tiere zu finden sein könnten. Es war stockdunkel, plötzlich hörten wir ein Gepolter!  Es war ein Honigdachs - Paar, welches gezielt alle Mülleimer mit fressbarem Inhalt umwarfen und plünderten! Leider war es zu dunkel für ein besseres Foto.




Wir blieben zwei Tage in Halali. Den Vormittag verbrachten wir am Pool, nachmittags  mehrere Stunden am Wasserloch. Es war äusserst interessant, mit welcher Taktik sich die Tiere dem Wasser näherten. Immer war eines der Aufpasser. Bei der Ankunft eines Schakals, machten die Vögel eines mords Radau.






Den größten Spektakel führten die  Perlhühner auf. Das Geschrei einzelner hörten wir bereits am Vorabend. Heute aber liefen zuerst 3 im Gebüsch hintereinander hin und her. Von ganz links gesellten sich 6 weitere im Gänsemarsch dazu. Dann eine Gruppe von rechts, und schließlich von überall her. Es waren wohl an die hundert! Revier- und Rangkämpfe dauerten ewig. 

Wir nahmen uns heute viel Zeit, vielleicht kommt doch noch ein Löwe. Um die Zeit etwas zu verkürzen, schrieb ich meinen aktuellen Blog weiter, denn ich war hier, welch Überraschung, mit meinem Stick online.



Wieder tauchte ein Nashorn, aus dem Gebüsch auf, trottete zum Wasser und  soff gemächlich und genoss ein  erfrischendes Bad.












Uns brannte förmlich die Zeit unterm Hintern, denn eines war klar, so lange der hier ist , kommen keine anderen Tiere und schon gar ncht die Löwen.

Iin der Nacht hörten wir sie  brüllen.
Im Morgengrauen hatte sich der König der Tiere immer noch nicht beruhigt. Herunter vom Dachzelt, Kontrolle der Schlapfen, ob sich kein Skorpion darin gemütlich gemacht hatte, schnell etwas über den Pyjamas gezogen, den Rucksack mit den Wertsachen gepackt und hinauf gings zum Aussichtspunkt des Wasserloches.
Ein indischer Tourist, versicherte uns, dass wir nichts versäumt hätten, er sei schon eine Stunde hier und  er vermutete, dass  das Lager der Löwen etwa 2 km entfernt sei.